julia-gotoams-2014-1Ups, mögt Ihr denken. Da haben wir ja inhaltlich eine wirklich tolle Konferenz zusammengestellt und gar keine Frauen* unter den Speakern.

Vielleicht merkt Ihr es auch erst, wenn ich während der Konferenz vor Euch stehe und sage: „Zwei Frauen von 47 Speaker.innen. Wirklich? Ist das Euer Ernst? Wir haben übrigens 2016 und gut die Hälfte aller Menschen sind Frauen.“

„Tja,“ sagt Ihr dann bedauernd, „wir wollten ja, aber hat halt keine eingereicht…“ *schulterzuck*

Okay, Männers, es ist nie zu spät: Hier 7  Tipps, wie Ihr den Kahn noch rumreißen könnt. Auch kurz vor knapp:

Sprecht mit Euren Speakern – sofort

Sprecht sofort Eure Speaker an und erzählt Ihnen, dass Ihr mehr Frauen ermutigen möchtet, auf der Konferenz zu sprechen. Bittet Eure Speaker zu überlegen, ob sie ihren Beitrag nicht zusammen mit einer Kollegin leisten können und ladet diese Kollegin einfach ein, auch an der Konferenz teilzunehmen. Die meisten Frauen warten auf Ermutigung und Einladung. Wenn Ihr nicht versteht warum, lest einfach diesen Brief von Jared Mauldin: „Wir sind absolut nicht gleich!

Richtet einen weiteren Stream ein

Wenn Euer Programm schon steht, richtet schnell noch einen Freestyle-Stream ein und sprecht wenigstens jetzt gezielt Speakerinnen an, z.B. über speakerinnen.org oder callbackwomen.com. Twitter ist auch ein guter Weg, um Eure Suche in der #womenintech – Community zu verbreiten. Und beim nächsten Call for Papers macht Ihr das gleich so, okay?

Ladet wirklich alle ein

Ich weiss nicht, ob Ihr das plant, habe es aber schon ein paar Mal erlebt: Vielen Veranstalter.innen ist gar nicht klar, wie abschreckend ein Event wirken kann, wenn auf Fotos nur Männer zu sehen sind oder die Konferenzparty zu „Grillen & Bier satt“ einlädt. Es sind zwar platte Stereotypen – aber die Aussicht auf viele angetrunkene Männer am Abend motiviert die wenigsten Frauen eine Veranstaltung attraktiv zu finden. Wie sieht eine Konferenz aus, die wirklich einladend für alle ist und das auch nach außen zeigt?

Na, zum Beispiel so: „Sommerparty mit Grillwürstchen, veganen Snacks und netten Gesprächen“.

Angebote zur Kinderbetreuung, das Übernehmen von Reisekosten und ein guter ‚Code of Conduct‘ können sicher auch nicht schaden. Also, ganz generell nicht.

Überlegt Euch Sonderaktionen für den Nachwuchs

Haltet ein Kontingent von Freitickets vor, z.B. für Studentinnen der Informatik, für Gruppen wie den Rails Girls, den Women Techmakers, den Geekettes, den Digital Pandas oder auch für die Mitarbeiterinnen Eurer Sponsoren. Vielleicht habt Ihr ja auch noch Platz für einen kleinen Stand in Eurer Ausstellung, so dass diese Gruppen dort von ihrer Arbeit berichten können.

Bietet während der Konferenz einen Speaker.innen-Workshop an

Sorgt für die nächste Konferenz vor und bietet während der Konferenz einen Speaker.innen-Workshop an, in dem z.B. ‚Paper schreiben‘ schreiben und Sprechen vor Gruppen geübt werden kann.

Zählt die Frauen auf Eurer Konferenz

Zählt die Frauen und Männer auf Eurer Konferenz und tragt das Ergebnis bei der Initiative 50Prozent ein. Ihr wisst ja, inspect & adapt 😉

Nehmt Frauen ins Programmkommittee auf

Und, ja wirklich, es ist so einfach: Nehmt Frauen ins Programmkommittee auf – und legt ein paar Kriterien fest, wie Ihr künftig für mehr Vielfalt in Euren Streams und Panels sorgen werdet.

 

 

* Mit Frauen sind alle gemeint, die sich selbst als eine sehen.