Wenn Ihr schon einige Zeit in Eurem Projekt gemeinsam unterwegs seid, werdet Ihr merken, dass es Dinge gibt, die Euch helfen und voranbringen aber auch welche, die Euch in Eurer Entwicklung zurückhalten. Klingt wert sich darüber Gedanken zu machen? Dann plant Euch 90 min Zeit für diese Retrospektive ein.

Benötigte Materialien

  • Ein großen Bogen Pinwand- oder Flipchartpapier
  • Post-its oder Karten sowie Stifte für alle Teilnehmenden
  • Klebepunkte
  • A3-Bögen (siehe unten)
  • Eine Wand zum sammeln Eurer Experimente

Zur Vorbereitung

Übertragt die Postervorlage auf ein großen Bogen Pinwand- oder Flipchartpapier.

Außerdem solltet Ihr Euch mehrere DIN A3 Bögen vorbereiten auf denen 4 Felder mit den folgenden Frage sind: Was genau ist das Problem? Was sind Eure Ideen dazu? Was genau wollt Ihr wie ausprobieren? Woran könnt Ihr beobachten, ob es klappt?

Ablauf

Einleitung / Check-in (5m)

Begrüßt Euer Team und erzählt Ihnen was sie heute erwartet, vielleicht in etwa so:

„Ein Projekt ist häufig ein wenig wie die Reise auf einem Schiff oder in einem Segelboot. Nur gemeinsam geht es voran und auf beengten Raum ist das Zusammenleben nicht immer einfach. Als Besatzung sollten wir ein gemeinsames Bild davon haben, was die Dinge sind, die uns voranbringen und helfen und was uns eher zurück hält und Schwierigkeiten bereitet. Bevor wir weiter Kurs setzen möchte ich mit Euch daher einmal inne halten und schauen, welche Dinge das bei uns aktuell sind.“

Beobachtungen/Eindrücke sammeln (25m)
  1. Zeigt Eurem Team das vorbereitete Poster mit dem Schiff und erläutert die Felder. (1-2m)
  2. Bitte die Teilnehmenden auf Post-its Aspekte ihrer/seiner Arbeit zu schreiben, die ihn/sie aktuell voranbringen, zurückhalten oder ihnen sorgen bereiten. Ein Aspekt pro Post-It. (5-8m)
  3. Lasst die Teammitglieder ihre Post-Its dem Anker, den Segeln oder dem Eisberg zuzuordnen und ggf. die Punkte zu erläutern. Wenn ähnliche Themen auftauchen, können diese gleich geclustert werden. (~15m)
Themen und Hintergründe verstehen (30m)

Achtet als Moderator.in darauf, dass Ihr Euch nicht verzettelt. Bearbeitet die Themen, die den größten Nutzen bringen und nicht so viel wie möglich. Die Tiefe ist wichtig!

  1. Die Teilnehmenden erhalten jeweils 3 Klebepunkte um die Themen zu Kennzeichnen die ihrer Meinung nach die wichtigsten sind, um sie in der Gruppe detaillierter anzuschauen. Manche sind vielleicht auf den ersten Blick eindeutig, andere sind zu unwichtig – bitte das Team die Themen zu wählen, die Euch voraussichtlich den größten Nutzen, die tiefste Erkenntnis bringen werden. Die Themen können in allen Feldern liegen. (~3m)
  2. Zählt die Punkte der einzelne Themen und wählt die Top 2-3 Themen aus. (~2m)
  3. Teilt Euch in Gruppen von 3 bis 4 Personen pro Thema auf.
  4. Nutzt die vorbereiteten A3-Bögen und bearbeitet zunächst die ersten beiden Felder (15m):
    Feld 1 „Was genau ist das Problem“ – Schreibt mindestens 5 Aspekte auf, die das Thema/Problem kennzeichnen und/oder ausmachen.
    Feld 2 „Was sind Eure Ideen dazu?“ – Was glaubt Ihr woher das Problem kommt und was unter Umständen noch alles dazu gehört? Was geht Euch durch den Kopf, wenn Ihr auf das Problem schaut?
  1. Es ist meist hilfreich and dieser Stelle sich die Zwischenstände kurz einmal vorzustellen ohne sie allerdings in der großen Gruppen weiter zu diskutieren. (5-10m)
Experimente entwerfen (25m)
  1. Es geht in den Teilteams weiter mit den Feldern 3 und 4 (15m):
    Feld 3 „Was genau wollt Ihr, wie ausprobieren?“ – Sammelt Ideen was ihr dazu im nächstem Sprint ausprobieren könntet. Wählt eine aus und werdet konkret und beschreibt was genau passieren soll. Prüft ob das Team das realistisch leisten kann.
    Feld 4 „Woran könnt Ihr beobachten, ob es klappt“ – Hier schreibt Ihr auf, woran genau Ihr eine Veränderung/Verbesserung erkennen oder beobachten könnt. Schärft gegebenenfalls noch einmal Eurer Experiment.
  2. Stellt die Experimente im Gesamtteam vor und prüft ob es Einwände gibt  die Experiment so anzugehen. (5-10m)
Abschluss (5m)

Bedankt Euch bei Team, fragt wie ihnen die Retrospektive gefallen hat und ob es Veränderungsvorschläge gibt.

Ihr habt jetzt Experimente definiert, die Euch helfen gezielter zum Erfolg zu kommen und klarer zu kommunizieren.  Also – Anker lichten! Viel Erfolg!

Quelle / Inspiration

  • Baldauf, C. u. Fiddike, T. (besucht 07/2018) Retromat, https://retromat.org/de/?id=19)
  • Dellnitz, J. (2017), smidig.de (basierend auf dem A3 Sheet von Henrik Kniberg)