In diesem Blogbeitrag stellt unsere Stipendiatin Lisette Härtel zentrale Ideen aus ihrer Masterarbeit zum Thema Wissensmanagement vor. Sie hat sich darin am Beispiel des nachhaltigen Landmanagements mit der Entstehung von Wissen und der Überführung in routiniertes Handeln in Projektkontexten auseinandergesetzt und für unseren Blog ein paar übertragbare Erkenntnise zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen!

Die Ressource Wissen

Unsere Gesellschaft ist geprägt durch den enormen Bedeutungszuwachs der Ressource Wissen. Sie ist das wichtigste Mittel, um als Person, Gruppe oder Organisation zu handeln. Besonders Projektprozesse hängen vom Umgang mit Wissen ab. Es reicht nicht mehr aus, Informationen nur bereitzustellen. Kommunikation im Sinne von Austausch ist zwar Voraussetzung, aber ungenügend, um Wissen nachhaltig zu verankern. Damit gemeinschaftliche (Wissens-) Arbeit funktioniert, muss das Lernen mit- und voneinander hinzukommen. Die spannende Frage (nicht nur in unserer Masterarbeit) ist also:

Wie kann Wissen in Projekten nicht nur ausgetauscht und gesichert, sondern am Ende auch in routinierte Handlungen überführt werden?

Kommunikation & Lernen im Fokus

Unsere Masterarbeit hat gezeigt, dass Kommunikation und Lernen im Fokus stehen. Sie sind die Operatoren für Transfer und Implementierung (Verstetigung).

  • Transfer – ist ein beidseitig gerichteter Wissensaustauschprozess der auf Kommunikation gründet. Es kann zwischen sozialer Interaktion, Dokumentation, Information und telekommunikativem Austausch unterschieden werden.
  • Implementierung – soll als Verstetigung und langfristige Umsetzung von in Projekten entwickeltem Wissen verstanden werden, im Sinne einer Entwicklung von Handlungsroutinen und einer Veränderung mentaler Modelle.

Die Brücke zwischen beiden Prozessen bildet die Anwendung – wie in der Abbildung unten gezeigt. Hier wird zeitnah das Wissen in Handlungen umgesetzt und Information im Kontext verwendet.

  • Kommunikation – ist der Austausch von Informationen vom Sender (Wissensanbieter) zum Empfänger (Wissensnachfrager) unter Nutzung verschiedener Verständigungsformen und -mitteln. Es kann zwischen interner und externer Kommunikation unterschieden werden.
  • Lernen – ist die Integration der Informationen beim Empfänger, die zu Veränderungen von kognitiven Mustern führt. Projekte können als Ort des Lernens betrachtet werden.Wissen im Projekt (1.1)

Wissensbasiertes Projektmanagment

Projekte sind komplex, weil Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen und Unternehmensbereichen im Team zusammen arbeiten – häufig ohne streng hierarchische Führung. Viele Projekte setzten dabei auf die Partizipation der Teammitglieder und der Stakeholder im Projektumfeld. So entstehen ganz von allein eine Vielzahl von Rückkopplungschleifen und Schnittstellen, an denen übersetzt werden muss. Die Heterogenität fordert, dass sprachliche, räumliche, zeitliche und kulturelle Barrieren überwunden werden müssen.

Ein Konzept des wissensbasierten Projektmanagements, indem die Handlungen bezüglich des Wissens mit den Phasen eines Projektes in Verbindung gebracht werden, scheint eine hervorragende Lösung für ein nachhaltiges Wissensmanagement in Projekten zu sein. Es empfiehlt sich, Wissensmanagementbausteine mit den Projektphasen in Einklang zu bringen (siehe nächste Abbildung), damit am Ende des Projektes nicht nur gesicherte Ergebnisse, sondern eben auch Handlungsroutinen stehen. Die Integration von Wissensmanagement in Projekte kann also eine praxistaugliche und nachhaltige Umsetzungsstrategie sein.ProjektWissen

Quellen & Inspiration

Härtel, Lisette; Hofmann, Marcel (2013): Transfer- und Implementierungsstrategien von Wissen im Projektverbund. Empirische Untersuchung am Beispiel der BMBF-Fördermaßnahme „Nachhaltiges Landmanagement“. Masterarbeit, Technische Universität Dresden, Fakultät für Erziehungswissenschaften (nicht veröffentlicht).

Dieser Blogartikel ist zuerst auf www.learnical.com erschienen (21. November 2013) – Version 1.1.