Der Veranstalter der Konferenz „GeNeMe 13 – Gemeinschaft in Neuen Medien“ an der TU Dresden möchte interaktive Formate in die Tagung integrieren. Die Tagung soll stärker als bisher eine Partizipation der Konferenzbesucher.innen ermöglichen und ihnen Platz bieten, kurzfristig auch eigene Themen einzubringen und zu bearbeiten.

Zielgruppe

80 – 100 Expert.innen für Didaktik, e-Learning & soziale Medien aus Wissenschaft und Wirtschaft

Design & Inhalte der Konferenz

Gemeinsam mit dem GeNeMe-Team haben wir 5 niedrigschwellige interaktive Elemente für die Tagung entwickelt:

Visitenkarten-Radar – beim Ankommen konnten die Tagungsgäste ihre Visitenkarten auf einem großen Poster anpinnen. Sie konnten sich dabei entlang von zwei Dimensionen verorten: Komme ich aus Wirtschaft oder Forschung? Bin ich von hier oder bin ich von weit angereist? So entstand gleich zu Anfang ein reger Austausch (und nebenbei die Teilnehmerliste…).

Thematic Brunch – zu Beginn der Konferenz haben wir ein 2-stündiges World Café eröffnet und darin Fragen beantwortet, die für alle relevant waren – z.B.

  • Aus dem Blickwinkel meiner (Forschungs-) Arbeit: Wie entsteht Gemeinschaft?
  • Welche Risiken und Bedrohungen sehen wir für die Zukunft von virtuellen Gemeinschaften?
  • Was haben wir seit der GeNeMe 12 in den Neuen Medien gesehen, das unsere Welt nachhaltig verändert hat (z.B. Inhalte, Technologien, Bewegungen)?

World Cafe GeNeMe (1.1)

Tagungshandbuch – jeder Konferenzgast hat zusätzlich zum Tagungsband mit allen Beiträgen ein individuelles Tagungshandbuch erhalten: Neben Informationen zur Tagungsorganisation und einer Kurzversion der Beiträge fanden sich dort vor allem leere Seiten für Notizen und eigene Ideen sowie Hinweise zur Vernetzung der Konferenzthemen.

Interaktive Panels – die Konferenz-Streams waren als interaktive Panels aufbereitet. Je drei Referent.innen wurden mit ihren Themen in einem Panel zusammengefasst. Es liefen drei Panels parallel. Und anstatt klassisch den Referent.innen je Diskussionzeit im Anschluss an seinen Beitrag zu geben, hatten alle Referent.innen einen 15-minütigen Einstieg in ihr Thema mit den wichtigsten Thesen vorbereitet und nacheinander vorgestellt. Danach gab es dann eine moderierte Diskussion mit allen Referent.innen des Panels und dem Plenum, um vor allem interdisziplinäre Aspekte  oder konträre Standpunkte zu entdecken.

Special Interest Groups – neben den von vornherein eingereichten Beiträgen gab es Zeit und Raum für „Special Interest Groups“ also Gruppen, die im Verlauf der Konferenz Themen für sich entdeckt haben, welche dann sofort – etwa als Ausgangspunkt für neue Forschungsvorhaben – besprochen werden konnten.

Update 2014 – 2014 haben wir die bewährten Elemente aus dem Vorjahr wiederholt und um einen Hackathon ergänzt: Ein Team von Entwickler.innen hat vor Ort Impulse aus der Konferenz aufgenommen und diese parallel zur Konferenz in mehreren Iterationen in bestehende Software implementiert.

Tipps für die Praxis

1. Vorbereitung der interaktiven Panels

Die interaktiven Panels müssen sehr gut vorbereitet werden – sowohl was die inhaltliche Abstimmung als auch die Moderation der Diskussion angeht. Das gilt für allem für „gewagte“ Kombinationen wie zum Beispiel bei der Kopplung von Themen wie „Anerkennung in agilen Softwareprojekten“ und „Trauern in virtuellen Gemeinschaften“. Es empfiehlt sich rechtzeitig vor der Tagung die Themenkombinationen und Moderationshinweise bekannt zu geben, damit sich die Panelleitungen mit den Referenten vorbereiten können.

2. Kaffeehaus-Atmosphäre

Der Erfolg eines World Cafés steht und fällt mit der Atmosphäre: Werden sich die Tagungsgäste auf dieses für sie ungewohnte Format einlassen können? Fühlen Sie sich gleich wohl und eingeladen mit wildfremden Menschen über die angebotenen Fragen zu diskutieren und ihr Wissen zu teilen? Wir haben das Café deswegen mit einem „Brunch Buffet“ gepaart und zeitlich so platziert, dass die Teilnahme wirklich freiwillig war: Wer mitmachen wollte, konnte einfach 2 Stunden eher dort sein und mitmachen. Für die Atmosphähre waren die eher sachlichen Seminarräume der Universität dezent dekoriert worden und im Hintergrund wurden leise Kaffehausgeräusche (www.coffitivity.com) eingespielt. Und natürlich hatte jedes Café eine.n eigene.n professionell vorbereitete.n Gastgeber.in.

Feedback der Teilnehmer/innen

Der Thematic Brunch hat die soziale Gemeinschaft gefördert.

Dickes Plus für die interaktiven Panels: Es gab viel Zeit für gute Diskussionen. Beim nächsten Mal noch besser auf die inhaltliche Passigkeit der Beiträge achten.

Das World Cafe ist super zum Kennenlernen und für den fachlichen Einstieg.

Wenn Sie noch mehr über diese Arbeit und den Erfolg der Konferenz erfahren möchten, vermitteln wir gern den Kontakt zum Auftraggeber.

Dieser Blogartikel ist zuerst auf www.learnical.com erschienen (22. Oktober 2013) – Version 1.1.