Die Trainer.innen eines IT-Trainingshauses wollen in zwei Tagen Impulse für neue, inspirierende Lernformate in einem Train-the-Trainer Workshop erhalten, um danach konkrete ‚Mitnehmsel‘ aus der Veranstaltung in ihrem Trainingsalltag einsetzen zu können. Wir wurden engagiert, um mit aktuellen Erkenntnissen der neurowissenschaftlichen Lernforschung Impulse zu setzen und einen Lernprozess zu gestalten, der die Bandbreite des teilnehmerzentrierten Lernens vermittelt.

Zielgruppe

20  Trainer.innen, die viele fachliche / überfachliche Trainings, Coachings und Zertifizierungen im Bereich Software- und Systementwicklung, agilem Projektmanagement und Soft Skills leiten.

Design und Inhalte des Train-the-Trainer Workshops

Beim Design des Workshops haben wir sehr darauf geachtet, die Selbstorganisation in der Lerngruppe zu stärken und uns dabei von diesen Ideen leiten lassen:
Leitideen_Train-the-Trainer

Im Laufe des Workshops haben die Teilnehmer.innen eine Reihe von beobachtbaren Lernzielen erreicht. Sie haben, z.B.:

  • mit eigenen Worten aktuelle Erkenntnisse der neurowissenschaftlichen Lernforschung und ihre Bedeutung für das Lernen in Seminaren erklärt
  • Neue Lerntechnologien und -methoden in bestehende Trainings integriert
  • Trainingsdesigns anhand von zentralen Lernmodellen überarbeitet bzw. neu entwickelt
  • sichtbar Spaß beim Lernen gehabt

Anstatt mit (relativ) hohem Redeanteil als Trainer.in selbst auf der Bühne zu stehen, haben wir die Lern- und Arbeitssituationen „von der Seite“ begleitet und den Raum freigegeben für die, auf die es ankommt: Die Teilnehmer.innen. Zentral war dabei einen stimmigen und abwechslungsreichen Methodenmix zu gestalten, der die ganze Bandbreite des teilnehmerzentrierten Lernens zeigen sollte – von durch Reflexion durchbrochenen Vorträgen (z.B. Chapterlecturing) bis hin zu Teachbacks, in dem die Lerndenden selbst Lehrinhalte erstellen und an ihre Kolleg/innen weitergeben.

Tipps für die Praxis

Beobachtbare Lernzielen helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Beobachtbare Lernziele zu formulieren hilft, am Ende der Veranstaltung ihren Erfolg zu messen. Ob ein.e Teilnehmer.in etwas gelernt, kennengelernt bzw. verstanden hat, kann nicht beobachtet und daher auch nicht gemessen werden. Ob er oder sie etwas ausprobiert, angewendet, erklärt und didaktisch aufbereitet hat, allerdings schon. Bei der Auftragsklärung wird durch das ,Denken‘ in beobachtbaren Lernzielen sehr schnell klar, was im Rahmen einer Veranstaltung erreicht werden kann und was auch nicht. Das Festlegen zu umfangreicher, nicht beobachtbarer Lernziele weckt oft Erwartungen, die später auf eine diffuse Weise unerfüllt bleiben. Beobachtbare Lernzielen hingegen helfen dem Trainer oder der Trainerin , die Lerninhalte daraufhin auszuwählen, was im Rahmen der Veranstaltung wirklich nötig ist, um dann die Lehrmethoden und Abläufe für das Training entsprechend zu planen.

Die Teilnehmer.innen auf die Bühne zu holen, braucht gute Vorbereitung.

Wenn man wirklich damit ernst macht, die Trainer.innen von der Bühne zu holen und sie nicht mehr als zentrale Inputgeber.innen und Prozessteuerer.innen einzusetzen, braucht es eine gute Vorbereitung: Für das Herstellen und Bereitstellen von inspirierenden und anregenden Lehrmaterialien, für eine Raumnutzungsplanung und für die Gestaltung eines ,didaktischen Spannungsbogens‘, in dem die Teilnehmer.innen sich selbstbestimmt mit den Themen auseinandersetzen können.

Auch die Aufgaben der Trainer.innen verändern sich grundlegend: Es gilt den gesetzten Rahmen zu halten und ggf. kurze Inputs bzw. Anleitungen im Prozess ,nachzulegen‘, bzw. als Spontancoach einzusteigen, wo immer die Teilnehmer.innen gerade Bedarf haben. Damit ist ein Rollenwechsel vom bisherigen Trainieren in ’sternförmiger Kommunikation‘ (alle Kommunikation geht vom Trainer aus und läuft auch dort wieder zusammen) und ein Abgeben von Prozesssteuerung verbunden, der sich anfangs noch ungewohnt anfühlen mag.

Feedback der Teilnehmer.innen

Super gemacht, was ich gelernt habe ist nachhaltig, morgen mache ich weiter.

Sehr genossen und die 2 Tage fehlen nicht von meiner Arbeit. Konnte hier arbeiten und habe neue Sachen mitgenommen.

Art der Arbeit praktisch und anwendungsfreundlich.

Spannungsbogen gut, spannende Inhalte und es war gut mal mit anderen Kollegen zu arbeiten

Guter Aspekt: Was ist wirklich nötig und notwendig zur Wissensvermittlung.

Und unser absoluter Favorit:

Anregung für die Zukunft: Noch radikaler auf alle Elemente „von vorne“ verzichten

Wenn Sie mehr über diese Arbeit und den Erfolg des Workshops erfahren möchten, vermitteln wir gern den Kontakt zu Teilnehmer.innen.

Dieser Blogartikel ist zuerst auf www.learnical.com erschienen (30. März 2013) – Version 1.1.